Kabelfarben sind weit mehr als ein ästhetisches Merkmal. In vielen Anwendungen übernehmen sie eine technische und sicherheitsrelevante Funktion: Sie ermöglichen die eindeutige Identifikation von Leitungen, selbst dann, wenn diese physikalisch identisch aufgebaut sind. Bereits geringe Farbabweichungen können dazu führen, dass Kabel verwechselt oder falsch zugeordnet werden – mit potenziellen Folgen für Sicherheit, Funktion und Normkonformität.

Eine rein visuelle Beurteilung ist hierfür jedoch nicht ausreichend. Unterschiedliche Lichtbedingungen, subjektive Wahrnehmung oder Alterungseffekte verfälschen den Farbeindruck. Um Kabelfarben zuverlässig zu prüfen und eindeutig zu dokumentieren, ist eine präzise und wiederholgenaue Farbmessung unverzichtbar – insbesondere in der Qualitätskontrolle in der Kabelproduktion.

Im Gegensatz zu ebenen Proben stellen Kabel besondere Anforderungen an die Farbmessung. Ihre gekrümmte Oberfläche, kleine Durchmesser und variierende Oberflächenstrukturen erschweren eine stabile und wiederholgenaue Messung.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Schnittstelle zwischen Messgerät und Probe. Schon kleine Abweichungen in der Positionierung können die Messergebnisse beeinflussen. Um dennoch verlässliche Farbwerte zu erhalten, ist der Einsatz der Spektralphotometrie erforderlich. Sie ermöglicht es, Farben unabhängig von der umgebenden Beleuchtung zu erfassen, digital zu speichern und jederzeit mit definierten Referenzen zu vergleichen.

Messkopfaufsatz mit Prisma reduziert das Streulicht bei der Farbmessung

Optimale Auflagefläche bei der Farbmessung an Kabeln mit unterschiedlichem Durchmesser

Praxislösung: Farbmessung an Kabeln und Drähten

Für eine präzise Messung an Kabeln ist es entscheidend, dass der Messkopf perfekt auf der gekrümmten Oberfläche aufliegt. Das sph900 mit seinen externen Messköpfen und zahlreichen Adapterlösungen bietet hierfür klare Vorteile. Sie lassen sich flexibel an unterschiedliche Kabeldurchmesser anpassen und ermöglichen auch Messungen direkt in der Produktion.

Entsprechend den unterschiedlichen Durchmessern von Kabeln stehen verschiedene Messmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Messung mit dem 45°/0° – Messkopf für Kabel mit großem Durchmesser
  • Messung mit dem 45°/0° – Messkopf und eingearbeitetem Prisma für mittlere Durchmesser
  • Messung mit einer d/8° – Messgeometrie mit Halterung, verstellbarem Prisma sowie einer Blende für kleine Durchmesser
  • Messung mit einer d/8° – Messgeometrie für auf einen Stab gewickelte, sehr dünne Kabel und Drähte

Die Flexibilität des sph900 ist ein zentraler Vorteil dieses Spektralphotometers bei der Messung von gekrümmten Oberflächen.

Mobiles Spektralphotometer von ColorLite mit externem Messkopf

Externer Messkopf mit Prisma für reproduzierbare und präzise Farbmessung

Messdaten sicher nutzen und dokumentieren

Die ermittelten Farbwerte können direkt im Gerät gespeichert oder in eine zentrale Datenbank übertragen werden. So lassen sich Farbstandards und Messwerte langfristig sichern und jederzeit abrufen – selbst dann, wenn sich das Originalkabel durch Alterung bereits verändert hat. Über Schnittstellen wie USB oder drahtlose Verbindungen ist eine Einbindung in bestehende QS- oder SPC-Systeme möglich.

Damit wird Farbmessung zu einem aktiven Werkzeug der Prozessüberwachung in der Produktion und unterstützt eine transparente Qualitätsdokumentation über alle Prozessstufen hinweg.

FAQs

Wie werden Kabel farbmetrisch gemessen?

Kabel werden mit Spektralphotometern gemessen, die das reflektierte Licht unter definierten Winkeln erfassen. Die Messung erfolgt direkt auf der Kabeloberfläche oder – bei sehr dünnen Drähten – auf aufgewickelten Proben. Die Ergebnisse werden als objektive Farbwerte gespeichert und mit Referenzen verglichen.

Wie misst man sehr dünne Kabel oder Drähte?

Bei Kabeln mit sehr kleinem Durchmesser empfiehlt sich das Aufwickeln auf eine Trägerstange oder die Messung über eine größere Messfläche. So entsteht eine ausreichend große, homogene Messzone für reproduzierbare Ergebnisse.

Welche Rolle spielt der Messkopf?

Der Messkopf ist entscheidend für die Wiederholbarkeit der Messung. Er muss stabil auf der gekrümmten Oberfläche aufliegen und Streulicht minimieren. Externe Messköpfe mit Adaptern bieten hier klare Vorteile.

Welche Fehlerquellen gibt es bei der Farbmessung?

Typische Fehler entstehen durch ungleichmäßige Probenlage, wechselnde Beleuchtung oder unzureichenden Kontakt zwischen Messkopf und Kabel. Eine standardisierte Messmethode reduziert diese Einflüsse deutlich.

Wo im Prozess wird typischerweise gemessen?

Farbmessungen finden im Wareneingang, in der laufenden Produktion sowie im Warenausgang statt – überall dort, wo Farbkonstanz und Dokumentation entscheidend sind.

Fazit: Farbkonstanz an Kabeln zuverlässig absichern 

Die Farbe von Kabeln ist ein sicherheitsrelevantes Qualitätsmerkmal und erfordert eine objektive, reproduzierbare Prüfung. Visuelle Beurteilungen stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Mobile Spektralphotometer mit flexiblen Messkopfkonzepten ermöglichen eine präzise Farbmessung auch bei kleinen Durchmessern und gekrümmten Oberflächen. So lassen sich Farbabweichungen frühzeitig erkennen, dokumentieren und langfristig beherrschen.

Sie möchten wissen, wie sich die Farbmessung an Kabeln optimal in Ihren Prozess integrieren lässt?

Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl eines passenden Messkonzepts – von der Probenvorbereitung bis zur Datenintegration.

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